
Der Krieg am Persischen Golf bleibt ein massiver Belastungsfaktor für den globalen Energiemarkt. Allerdings scheint die überhitzte Preisrally an den Ölbörsen, die die Kurse zuletzt um etwa 40 Prozent in die Höhe katapultiert hatte, vorbei zu sein. Der Preis für ein Barrel der europäischen Referenzsorte Brent pendelt sich aktuell bei etwa 100 Dollar ein.
Iran-Krieg nimmt kein Ende
Damit ist der steile Preisanstieg zwar vorerst unterbrochen, doch die Ölpreise bleiben auf hohem Niveau. Zum Vergleich: Vor dem Kriegsausbruch kostete ein Barrel Brent noch etwa 70 Dollar. Unterdessen bleiben die Fronten im Iran-Krieg verhärtet und die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Öltransit-Strecken der Welt – weitestgehend blockiert.
Irak bemüht sich um alternative Exportrouten
Damit bleibt am Ölmarkt auch die grundsätzliche Angst vor einem länger anhaltenden Angebotsausfall bestehen, mit der die Preise auf hohem Niveau bleiben. Etwas Entlastung brachte heute die Nachricht, dass über die wichtige Kirkuk-Ceyhan-Pipeline wieder verstärkt Ölexporte aus dem Kurdengebiet des Irak an den türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan erfolgen sollen. Über die Leitung können täglich bis zu 410.000 B/T Öl transportiert werden.
Für den Irak, der aktuell etwa ein Drittel seiner täglichen Ölproduktion von gut 4 Mio. Barrel gedrosselt hat, bedeutet die Pipeline eine wichtige Alternative zur Exportroute über den Persischen Golf. Allerdings gab es in den letzten Jahren immer wieder Streit um die Versorgungsader, nicht zuletzt auch, weil das Verhältnis zwischen Bagdad und der halbautonomen Region Kurdistan im Norden des Irak stark belastet ist. Von heute an sollen die Lieferungen nun aber wieder stabil laufen.
Inlandspreise auf hohem Niveau stabil
Bei den Inlandspreisen bleibt die Lage weiterhin von Volatilität geprägt. Heute scheint sich der durchschnittliche Heizölpreis im Bundesgebiet auf ähnlichem Niveau wie gestern einzupendeln. Die Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen damit heute, je nach Region, zwischen -0,40 bis +0,60 Euro/100 Liter mehr bzw. weniger als am Dienstagmorgen. Auch heute bleibt die Wahrscheinlichkeit von Verzerrungen und hoher Volatilität durch die unsichere geopolitische Lage hoch.
Source: Futures-Services


